Das Material


In den meisten Objekten verarbeite ich das „Echt-Antikglas“. Es wird noch in gleicher Weise wie im Mittelalter in Glashütten hergestellt, (mundgeblasen, also Handarbeit)! 
Der GLASBLÄSER nimmt mit seiner Glasbläserpfeife einen Tropfen geschmolzenem Glases auf und bläst daraus eine große längliche Form. Im heißen Zustand werden die Enden der Blase aufgeschnitten. Der nun entstandene Zylinder wird ebenso der Länge nach geteilt und aufgebogen, so dass ein großes Rechteck entsteht. Das heiße, weiche Glas wird auf Holztischen ausgebreitet und auseinandergezogen. Dort kühlt es ab.

22_material3 20_material1 24_material5_kl 25_material6_kl

Bei dieser Prozedur entstehen die einmaligen Kennzeichen des Antikglases:

1. Die Maserung des Holzes hinterläßt beim Erkalten eine Struktur an der Oberfläche des Glases,

2. an manchen Stücken erkennt man auch die Eindrücke der Zangen mit denen das Glas auseinander gezogen wurde,

3.die kleinen Luftbläschen, die beim Blasen entstehen, erscheinen durch das Ziehen gestreckt 
und oval,

4. zu den Rändern hin sind meistens die Scheiben etwas dicker und somit dunkler.
 Auf diese Weise entsteht eine harmonische Lebendigkeit, die mit maschinell hergestelltem Glas nicht nachzuahmen ist.

Um die einzelnen, zugeschnittenen Glasstücke miteinander zu einem Bild zusammen zu fügen, verwende ich sogenannte „Bleiruten“. Es sind H-förmige Schienen aus Blei, die entsprechend zugeschnitten zwischen die Glasteile gelegt werden. Dadurch verschwinden die Glasränder in der „Nut“ der Bleirute verschwinden.

Die Punkte an denen die Bleiruten aneinanderstoßen, werden verlötet und geben der Glasfläche insgesamt Halt. Die Bleiruten erscheinen im fertigen Bild als schwarze Linien, die beim Entwurf vorher schon mit eingeplant werden.